Wiesen, die es in sich haben

Blumenwiesen sind nicht nur eine Augenweide für uns Menschen, sondern auch ein Eldorado für viele Tiere und Pflanzen. Drei Zürcher Gemeinden haben 2023 im Rahmen des Projekts «Blühende Nachbarschaft» neue Wildblumenwiesen geschaffen. Ein Jahr später zeigt sich: mit vollem Erfolg! Aktuell blühen und summen die neuen Wiesen um die Wette.
Im Frühsommer fallen sie besonders auf: die üppig blühenden Wildblumenwiesen. Sie sind ein Genuss für alle Sinne, da summt und brummt es, blüht und gedeiht in allen Farben. Diese Wiesen haben es in sich! Im Gegensatz zu monotonen Rasenflächen sind Wildblumenwiesen ein wahrer Hotspot für die Biodiversität. Gerade im Siedlungsraum dienen sie als Nahrungsquelle und Lebensraum für zahlreiche Tierarten und liefern so einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.
Blühende Nachbarschaften im Kanton Zürich
Das machen sich auch die Zürcher Gemeinden Knonau, Küsnacht und Opfikon zu nutze. Als Teil ihres Engagements für mehr Biodiversität haben sie sich im letzten Jahr den Blumenwiesen verschrieben und wollen mit mehr bunter Blütenvielfalt für Farbakzente im Einheitsgrün sorgen. Im Rahmen des Projekts «» der Stiftung Pusch haben sie 2023 damit begonnen, insgesamt über 3000 Quadratmeter Fläche aufzuwerten.
Blühende Nachbarschaften für die Schweiz
Im Jahr 2020 setzte sich Pusch das ehrgeizige Ziel, bis 2026 auf kommunalen Flächen mindestens 35'000 Quadratmeter neue Wildblumenwiesen anzulegen. Bislang haben sich 17 Gemeinden am Projekt beteiligt und es sind über 12'000 Quadratmeter Blumenwiesen entstanden. Noch einmal rund so viele Flächen und Gemeinden werden im aktuellen Jahr dazukommen. Für 2025 gibt es noch freie Plätze.
Erfahren Sie auf der Projektseite mehr zum Projekt «Blühende Nachbarschaft».
Gemeinsam geht’s leichter
Zusammen mit Blumenwiesen-Experte Wolfgang Bischoff, Inhaber von naturschutzlösungen.ch, haben die Verantwortlichen von Knonau, Küsnacht und Opfikon die Grünflächen bestimmt, die einen neuen Anstrich bekommen sollten. Das optimale, regional angepasste Saatgut wurde bestimmt und nach den entsprechenden Vorbereitungen ausgebracht.
Zum Projekt gehörten zudem eine Weiterbildung für das Werkhofpersonal und eine Informationsveranstaltung für die Einwohner:innen. Denn nur, wenn es auch in den Gärten wieder blüht, wird eine Gemeinde so richtig bunt. Das Angebot wurde rege genutzt: Ob bei einem anregenden Abendspaziergang oder beim gemeinsamen Apéro – über hundert Privatpersonen machten sich zum Thema Blumenwiesen schlau und deckten sich mit Saatgut für insgesamt 1335 Quadratmeter Fläche ein.
Am Blumenwiesen-Kurs lernen die Gemeindemitarbeitenden nicht nur, wie man Böden bearbeitet, um Blumenwiesen anzulegen, sondern erweitern auch ihre Artenkenntnisse. Bild: Pusch
Es gedeiht nach Plan
Und hat sich der Aufwand für die Zürcher Gemeinden gelohnt? Eins ist klar: Sie mussten Geduld zeigen. Denn gut Ding will Weile haben – das gilt auch für Wildblumenwiesen. Sie brauchen Zeit, um zu gedeihen und ihr volles Potenzial zu entfalten. Das kann mehrere Jahre dauern. Ein Jahr nach der Ansaat wird nun aber schon einmal genauer hingeschaut. Pusch-Projektleiterin Berlenga Käufeler und Experte Wolfgang Bischoff machten sich auf zur Besichtigung. Schnell wurde klar: Die Blumenwiesen sind auf Kurs. Dort, wo es vor der Aufwertung noch eintönig aussah, sind nun zahlreiche bunte Blumen zu bestaunen. Und auch die Tierwelt findet Gefallen an der neuen Blütenpracht – es herrscht reger Flugverkehr über den neuen Wildblumenwiesen.
Die Vorher-Nachher Bilder zeigen, dass schon nach einem Jahr viele Blumen spriessen. Bis zu 44 Arten zählte Experte Wolfgang Bischoff auf den neuen Flächen.
Derweil läuft das Projekt weiter. Auch dieses Jahr sind wieder Gemeinden aus dem Kanton Zürich mit am Start und so blüht es hoffentlich auch bald in Brüttisellen, Horgen und Wetzikon.