Warum Gemeinden Klimaziele nicht im Alleingang schaffen

Klimastrategien und Netto-Null-Ziele geben Gemeinden eine Richtung vor. Doch die Verwaltung kann diese Ziele nicht allein erreichen. Damit Klimaschutz und Klimaanpassung im Alltag wirksam werden, müssen auch Bevölkerung, Vereine und Unternehmen mitgestalten und Verantwortung übernehmen.
Eine Klimastrategie ist beschlossen, die Ziele sind gesetzt, die Massnahmen definiert. Doch wie werden daraus konkrete Veränderungen im Alltag?
Die Bevölkerung ins Handeln bringen
Für Menschen ausserhalb der Verwaltung bleiben Klimaziele wie Netto-Null bis 2050 oft abstrakt. Was bedeutet das für meinen Alltag, das Quartier oder den Betrieb? Wo kann ich selbst etwas verändern? Und bringt mein Beitrag überhaupt etwas?
Fehlen konkrete Antworten auf diese Fragen, kann das schnell überfordern oder lähmen. Hier können Gemeinden ansetzen: Sie können zeigen, was vor Ort möglich ist, konkrete Handlungsmöglichkeiten schaffen und Menschen ermutigen, selbst aktiv zu werden.
Die Gemeinde als Wegbereiterin
Die Gemeinde muss daher nicht alles selbst umsetzen. Ihre Rolle kann vielmehr darin bestehen, Engagement möglich zu machen. Statt fertige Massnahmen vorzugeben, können Gemeinden fragen: Was passt zu euch? Wo möchtet ihr ansetzen? Und was braucht ihr dafür?
Sie kann den Einwohner:innen und Organisationen Anstösse geben, Ideen zusammenbringen, Wissen vermitteln, Akteur:innen vernetzen, Räume oder Infrastruktur bereitstellen oder Projekten eine kleine finanzielle Unterstützung zukommen lassen. So wird aus einem abstrakten Klimaziel eine konkrete Möglichkeit, aktiv zu werden.
Bestehende Gemeinschaften als Hebel nutzen
Wie aber erreicht eine Gemeinde diese Menschen und Organisationen? Informationsveranstaltungen, Workshops oder Beteiligungsprozesse können wertvolle Impulse geben. Solche Formate kosten jedoch Zeit und erreichen häufig vor allem diejenigen, die sich bereits für Klimathemen interessieren.
Warum also nicht dort ansetzen, wo Bewohner:innen ohnehin schon gemeinsam aktiv sind? Vereine, Quartiersorganisationen, Schulen oder lokale Initiativen bringen Netzwerke, Beziehungen und gemeinsame Aktivitäten mit.
Statt für jedes Klimathema ein neues Beteiligungsformat aufzubauen, können Gemeinden diese Strukturen nutzen und gemeinsam nach passenden Möglichkeiten suchen. Der Vorteil: Klimaschutz wird Teil von etwas, das bereits funktioniert, und knüpft direkt an bestehende Zusammenarbeit an.
Über Initiativen berichten
Ein Verein begrünt sein Gelände, ein Quartier schafft zusätzliche Schattenplätze oder ein Betrieb verbessert sein Mobilitätsangebot. Solche Projekte machen Klimaschutz und Klimaanpassung konkret und zeigen, auch als Bevölkerung können wir etwas bewegen. Wer erlebt, dass das eigene Handeln etwas verändert, gewinnt Zuversicht und ist motiviert, weiterzumachen. Umso wichtiger ist es, umgesetzte Projekte aus der Gemeinde zu kommunizieren.
Von einzelnen Projekten zu einer lokalen Dynamik
Ein erfolgreiches Projekt kann weitere anstossen. Ein Verein macht den Anfang, andere greifen Ideen auf, passen sie an ihre eigenen Möglichkeiten an und entwickeln sie weiter. So entstehen nach und nach weitere Projekte und neue Impulse.
Auf diese Weise wird Klimaschutz Schritt für Schritt in verschiedenen Bereichen der Gemeinde konkret – nicht als Aufgabe, die allein bei der Verwaltung liegt, sondern als gemeinsame Praxis vor Ort.
Mission Klima: Mitmachen. Anpacken. Zukunft gestalten.
Das Pusch-Angebot «Mission Klima» kann bei der Partizipation der Bevölkerung Gemeinden unterstützten. Pusch begleitet Gemeinden dabei, lokale Vereine für den Klimaschutz zu gewinnen, Projekte gemeinsam umzusetzen und erfolgreiche Beispiele sichtbar zu machen.
Im Mittelpunkt stehen einfache, umsetzbare Vorhaben, die zu den jeweiligen Organisationen passen, beispielsweise die Begrünung eines Vereinsgeländes oder eine klimafreundlichere Gestaltung bestehender Aktivitäten.