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Gemeinden
Biodiversität
Praxisbeispiel

Biodiversität entdecken: Naturpfade in St.Gallen und Wittenbach

Eine Frau hält ihr Handy in der Hand, auf dem die Naturpfade-App zu sehen ist.

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3 Minuten Lesezeit

Biodiversität

Praxisbeispiel

Wittenbach und St.Gallen setzen sich für die Biodiversität im Siedlungsraum und im angrenzenden Naherholungsgebiet ein. Für ihre naturnahe Landschaft wünschen sie sich mehr Aufmerksamkeit. Ihr Engagement machen sie mit drei Naturpfaden sichtbar. 

Naherholungsgebiete sind wichtig für die Lebensqualität der Menschen. Die Stadt St.Gallen und die benachbarte Gemeinde Wittenbach haben diesbezüglich Glück: Die Flusslandschaft im Sittertobel hat ökologisch viel zu bieten und ist – neben dem Austragungsort des traditionsreichen Openair St. Gallen – ein beliebtes Naherholungsgebiet. 

Doch Lebensqualität beginnt und endet nicht an der Stadtgrenze. Genauso wichtig ist eine naturnahe Siedlungslandschaft: grüne Oasen entlang von Strassen, auf ungenutzten Flächen und überhaupt im gesamten Siedlungsraum. Sie steigern die Lebensqualität der Anwohner:innen und bieten wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere.  

Die Grüntalstrasse in Wittenbach zeigt, wie zwischen Fahrspur und Strassenrand kleine Naturinseln entstehen können.

Nomen est omen: Die Grüntalstrasse in Wittenbach zeigt, wie zwischen Fahrspur und Strassenrand kleine Naturinseln entstehen können. Bild: Pusch

Siedlungsnatur besser verstehen  

Wittenbach und St.Gallen wünschen sich mehr Aufmerksamkeit für diese Natur-Hotspots im Siedlungsraum. Sie fördern die Biodiversität auf ihrem Gemeindegebiet aktiv und werten immer neue Flecken ökologisch auf. Dieses Engagement machen sie mit drei Naturpfaden für die Bevölkerung sichtbar.  

«Die Naturpfade regen dazu an, die Artenvielfalt vor der Haustüre zu entdecken», erklärt Karin Hungerbühler, Co-Leiterin der Dienststelle Umwelt und Energie der Stadt St.Gallen. Um die Natur in der eigenen Umgebung bewusster wahrzunehmen, zu schätzen und sich vielleicht sogar für sie einzusetzen, müssen die Einwohner:innen sie zunächst einmal besser kennenlernen. Davon können auch künftige Aufwertungsprojekte und Pflegemassnahmen profitieren: Im Wissen um den Wert der Biodiversitätsförderung treffen solche Umsetzungen auf mehr Verständnis und grössere Akzeptanz.  

Exkursionen

Dieses Jahr finden im Rahmen des Projekts «Tobelwelt Sitter für alle» entlang der Naturpfade zwei Exkursionen statt. Das verschafft der naturnahen Siedlungslandschaft noch mehr Aufmerksamkeit. 

  • Exkursion «Natur vor der Tür – Wittenbach neu entdecken»: 13. Mai 2023 in Wittenbach 

  • Exkursion «Natur vor der Tür – unser Quartier neu entdecken»: 3. Juni 2023 in St.Gallen  

Tipps für den eigenen Garten 

Gemeinden, die ihr Engagement für die Biodiversität sichtbar machen, zeigen sich als gute Vorbilder. Denn jede:r könne im eigenen Garten oder auf dem Balkon etwas zur Biodiversität im Quartier beitragen, betont Karin Hungerbühler. Die Naturpfade-App liefert Tipps und Tricks dazu. Darin können die App-Nutzer:innen sich neu ganz konkrete Aktionen vornehmen – und sich auf Wunsch von der App daran erinnern lassen.  

Projekt «Tobelwelt Sitter für alle» 

Die Schweizer Landschaft hat durch die Zersiedelung und Intensivierung der Landwirtschaft stark an Qualität eingebüsst. Gleichzeitig wünschen sich Menschen mehr Natur, Biodiversität und schöne Landschaften in ihrer Umgebung. Das Bewusstsein für den qualitativen Wert der naturnahen Landschaften fehlt jedoch häufig. Das Projekt «Tobelwelt Sitter für alle» setzt in diesem Spannungsverhältnis an: Die Natur und Landschaft im und um das St. Galler Sittertobel sollen mehr Aufmerksamkeit erhalten. 

Das Projekt setzt auf eine Kombination aus Sensibilisierung und Mitwirkung – sowohl online als auch offline. Über Exkursionen, Natureinsätze und drei Naturpfade in der gleichnamigen App kommen die Anwohner:innen in direkten Kontakt mit der Natur in ihrem Quartier und der Landschaft im Sittertobel. Sie gehen hinaus, entdecken neue Natur-Hotspots und packen gemeinsam an. Dadurch lernen sie, wie sie der Natur Sorge tragen und was sie für die Biodiversität in ihrer Umgebung tun können. 

Pusch führt das Projekt in Zusammenarbeit mit der REGIO Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee  durch. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) im Rahmen der Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung 2020 – 2024 (Schwerpunkt «Landschaft ist mehr wert»). Von den Erfahrungen aus den Modellvorhaben sollen später auch andere Projekte profitieren.


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